Was ist die server.properties und wo liegt sie?
Die server.properties ist eine Textdatei im Hauptordner eines Minecraft-Java-Servers, in der jede Zeile die Form option=wert hat. Der Server legt sie beim ersten Start selbst an und liest sie bei jedem Start ein.
Gut zu wissen, bevor du loslegst:
- Änderungen wirken erst nach einem Neustart. Der Server liest die Datei nur beim Start, also nach dem Bearbeiten neu starten.
- Bearbeite sie bei gestopptem Server oder über das Panel. Ein laufender Server speichert die Datei selbst (z. B. nach manchen Befehlen), sodass manuelle Änderungen in der Zwischenzeit überschrieben werden können.
- Werte ohne Anführungszeichen und ohne Leerzeichen um
=, z. B.white-list=true. - Das ist die Datei der Java Edition. Andere Editionen haben eigene Einstellungen mit anderen Optionen.
Bei Spot.gg findest du die meistgenutzten Optionen unter „Konfiguration“ → „Am beliebtesten“ als Felder mit Beschreibung (z. B. Schieberegler für die Sichtweite). Alle anderen stehen im Tab „server.properties“ daneben – mit Optionssuche und dem Button „Änderungen speichern“ unten. Nach dem Speichern einer Änderung, die einen Neustart braucht, erscheint unter dem Feld der Button „Jetzt neu starten“. Die Datei kannst du auch im integrierten Editor im Tab „Dateien“ öffnen.
Die wichtigsten Optionen der server.properties
Am häufigsten geändert werden online-mode, max-players, white-list, difficulty, gamemode, pvp, view-distance und motd. Die Tabelle zeigt die Standardwerte eines Vanilla-Servers.
| Option | Standard | Was sie bewirkt |
|---|---|---|
online-mode |
true |
true – nur Spieler mit Microsoft-Konto und gekauftem Spiel; false – jeder Name (Offline-Modus) |
max-players |
20 |
Wie viele Spieler gleichzeitig online sein können |
white-list |
false |
Schaltet die Whitelist ein – nur gelistete Spieler und Operatoren kommen rein |
enforce-whitelist |
false |
Wirft nicht gelistete Spieler raus, wenn die Whitelist eingeschaltet oder neu geladen wird |
motd |
A Minecraft Server |
Beschreibung des Servers in der Serverliste im Spiel |
gamemode |
survival |
Spielmodus neuer Spieler: survival, creative, adventure, spectator |
force-gamemode |
false |
Setzt Spieler bei jedem Beitritt in den Modus aus gamemode |
difficulty |
easy |
Schwierigkeitsgrad: peaceful, easy, normal, hard |
hardcore |
false |
Hardcore-Modus: Schwierigkeit „hard“, nach dem Tod wird man Zuschauer |
pvp |
true |
Ob Spieler sich gegenseitig Schaden zufügen können – nur bis 1.21.8; seit 1.21.9 die Spielregel pvp |
spawn-protection |
16 |
Radius des Spawnschutzes in Blöcken (0 schaltet ihn aus); gilt nicht für Operatoren |
allow-nether |
true |
Ob man in den Nether kann |
allow-flight |
false |
Ob der Server Fliegen erlaubt (Mods, Plugins) – bei false kann er Spieler wegen „Fliegens“ kicken |
enable-command-block |
false |
Ob Befehlsblöcke funktionieren – nur bis 1.21.8; seit 1.21.9 die Spielregel command_blocks_work |
view-distance |
10 |
Sichtweite in Chunks |
simulation-distance |
10 |
Bereich in Chunks, in dem die Welt „lebt“: Mobs, Pflanzen, Redstone |
level-name |
world |
Name des Weltordners |
level-seed |
leer | Seed für eine neue Welt; leer = zufällig |
op-permission-level |
4 |
Berechtigungsstufe der Operatoren (1–4) |
player-idle-timeout |
0 |
Nach wie vielen Minuten Inaktivität ein Spieler gekickt wird (0 – nie) |
In neueren Versionen fügt Mojang Optionen hinzu, entfernt sie oder verschiebt sie in Spielregeln (/gamerule). Seit Java 1.21.9 stehen pvp, spawn-monsters und enable-command-block nicht mehr in der server.properties – ab 1.21.9 nutzt du die Spielregeln pvp, spawn_monsters und command_blocks_work (in 1.21.9–1.21.10 unter den älteren camelCase-Namen, z. B. spawnMonsters); bis 1.21.8 funktionieren die Optionen in der Datei weiterhin. Seit 1.21.11 haben fast alle Spielregeln neue Namen (z. B. keep_inventory statt keepInventory). Fehlt eine andere Option in deiner Datei, prüfe, ob sie in deiner Version zur Spielregel geworden ist.
Wie legst du fest, wer beitreten darf?
Über den Zugang entscheiden online-mode (Online- oder Offline-Modus), white-list (nur ausgewählte Spieler) und max-players (Anzahl der Plätze). Das sind die ersten Optionen, die du auf einem neuen Server einstellen solltest.
online-mode=true– der Server prüft das Microsoft-Konto jedes Spielers, Namen lassen sich also nicht fälschen. Das ist der Standard und die sicherste Einstellung.online-mode=false– auch Spieler ohne gekauftes Spiel kommen rein, aber jeder kann einen beliebigen Namen eingeben, deshalb ist ein Login-Plugin Pflicht. Der Wechsel des Modus ändert außerdem die IDs (UUIDs) der Spieler. Bei Spot.gg bietet das Panel beim Ändern von „Wer beitreten darf“ eine Konvertierung der Spielerkonten an, damit niemand sein Inventar verliert. Details im Guide Minecraft Offline-Modus Server.white-list=true– ein Server nur für Freunde. Die Whitelist verwaltest du bequemer per Befehl oder in der „Konsole“, wo du Spieler mit einem Klick hinzufügst.
Wie stellst du die Welt ein: Name, Seed und Kartentyp?
level-name zeigt auf den Weltordner, level-seed und level-type wirken nur beim Erstellen einer neuen Welt. Ein neuer Seed baut eine bestehende Welt nicht um.
level-name– gibt es einen Ordner mit diesem Namen, lädt der Server ihn; wenn nicht, erstellt er eine neue Welt. So kannst du mehrere Welten auf einem Server haben und durch Ändern des Namens zwischen ihnen wechseln.level-seed– der Seed, z. B. von einer Seed-Website kopiert. Den aktuellen Seed zeigt der Befehlseed.level-type– Kartentyp, z. B.minecraft:normal(Standard),minecraft:flat(Flachland),minecraft:large_biomes(große Biome),minecraft:amplified(sehr hohe Berge, belastet den Server stark).generate-structures– ob Dörfer, Tempel und andere Strukturen in neuen Teilen der Welt entstehen.
Bei Spot.gg weist das Panel unter „Konfiguration“ → „Am beliebtesten“ → „Welt“ nach Eingabe eines neuen Seeds darauf hin, dass er die aktuelle Welt nicht ändert, und bietet „Neue Welt erstellen“ an – der Server legt eine Welt unter neuem Namen an, die alte bleibt auf der Festplatte. Das ist schonender, als die Welt zu löschen.
Welche Optionen beeinflussen Leistung und Lags?
Vor allem view-distance und simulation-distance – je höher, desto mehr Chunks muss der Server für jeden Spieler laden und simulieren. Sie zu senken ist der einfachste Weg, die CPU zu entlasten.
| Option | Worauf sie wirkt | Tipp |
|---|---|---|
view-distance |
Wie viel Gelände um den Spieler der Server ans Spiel schickt | Bei Modpacks meist 8, bei leichten Servern etwa 10 |
simulation-distance |
Wo Mobs, Pflanzen und Redstone aktiv sind | Ein Wert über view-distance bringt nichts |
max-tick-time |
Nach wie vielen ms eines hängenden Ticks sich der Server selbst beendet (-1 – nie) |
Nicht senken, wenn du nicht weißt, warum |
pause-when-empty-seconds |
Nach wie vielen Sekunden ohne Spieler der Server die Welt pausiert (0 – aus) |
In neueren Versionen verfügbar |
network-compression-threshold |
Ab welcher Größe Pakete komprimiert werden | Standardwert lassen |
Bei Spot.gg hat der Bereich „Leistung“ in „Am beliebtesten“ die Schieberegler „Sichtweite“ und „Simulationsdistanz“ mit Umrechnung in Blöcke und einer Lastbewertung („Geringe Last“, „Mittlere Last“, „Hohe Last“). Bei großen Distanzen warnt das Panel, dass das Generieren neuen Geländes die CPU stark belastet, und empfiehlt, die Welt vorher außerhalb der Spielzeiten vorzugenerieren, z. B. mit dem Add-on Chunky.
Welche Optionen kannst du beim Hoster nicht ändern?
Beim Hoster setzt das System server-port und server-ip, weil davon abhängt, ob Spieler überhaupt verbinden können. Bei Spot.gg sind diese Felder als „Gesperrt“ markiert, mit dem Hinweis „Wird automatisch von Spot.gg gesetzt“.
Gesperrt sind: server-port, server-ip, query.port und enable-query. Auf Servern mit fertigem Modpack zusätzlich max-tick-time und allow-flight, weil Packs bestimmte Werte brauchen (z. B. Fliegen für Jetpack-Mods). Adresse und Port des Servers findest du im Tab „Netzwerk“, Spieler geben nur die Adresse ein, ohne Port.
Ein Wort zu RCON (enable-rcon, rcon.password, rcon.port): Das ist ein Fernzugriff auf die Konsole, aber das Protokoll verschlüsselt nichts, auch nicht das Passwort. Bei Spot.gg ist die Konsole im Panel, RCON brauchst du also meist nicht.
Wie fügst du dem Server ein Ressourcenpaket hinzu?
Trage in resource-pack einen direkten Link zur .zip-Datei des Pakets ein und lege mit require-resource-pack fest, ob Spieler es annehmen müssen. Das Spiel lädt das Paket beim Beitritt herunter.
resource-pack– direkter Link zur .zip-Datei (keine Seite mit Download-Button),resource-pack-prompt– der Text, den Spieler in der Download-Abfrage sehen,require-resource-pack=true– wer das Paket ablehnt, wird getrennt.
Ein Ressourcenpaket ändert nur Aussehen und Klang auf Seite der Spieler. Für neue Blöcke und Mechaniken brauchst du Mods – etwa auf einem Server mit NeoForge, Forge oder Fabric.
FAQ
Wo liegt die server.properties?
Im Hauptordner des Servers, neben der Server-.jar und dem Weltordner. Bei Spot.gg öffnest du sie unter „Konfiguration“ → „server.properties“ oder im Tab „Dateien“.
Warum wirken meine Änderungen in der server.properties nicht?
Meist wurde der Server nicht neu gestartet, oder die Datei wurde bei laufendem Server bearbeitet und der Server hat die Änderungen danach überschrieben. Speichere die Änderungen, starte den Server neu und prüfe, ob der Wert geblieben ist.
Wie schaltet man PvP auf einem Minecraft-Server aus?
Ab Minecraft 1.21.9 gibst du in der Serverkonsole gamerule pvp false ein – ohne Neustart; die Zeile pvp in der server.properties wirkt dort nicht mehr. Bis 1.21.8 setzt du pvp=false und startest den Server neu. In beiden Fällen können sich Spieler keinen Schaden mehr zufügen. Für PvP nur in bestimmten Bereichen brauchst du ein Plugin, z. B. für Grundstücke.
Wie ändert man die Zahl der Spielerplätze?
Ändere max-players. Bei Spot.gg dient dazu das Feld „Spielerplätze“ unter „Konfiguration“ → „Am beliebtesten“. Mehr Plätze geben dem Server aber nicht mehr Leistung – bei vielen Spielern brauchst du eventuell mehr RAM.
Ändert ein neuer level-seed meine Welt?
Nein. Der Seed wirkt nur beim Erstellen einer neuen Welt. Um auf einem neuen Seed zu spielen, ändere auch level-name auf einen neuen Namen – der Server erstellt eine neue Welt, die alte bleibt in ihrem Ordner.